Aus eigener Erfahrung und der langjährigen Begleitung von Menschen in Veränderungs- und Transformations­prozessen kann ich sagen: Vieles, was einmal bedeutsam wird, kommt leise daher, wächst – und landet tief. Für eine Weile oder auch für immer. Und häufig ist das erstmal unbequem.

Ambivalenzen gehören dazu, denn wir Menschen sind in unseren Grundtendenzen ziemlich einfach, in unserer individuellen Ausprägung allerdings komplex. Situativ kann es dadurch auch einmal ganz schön kompliziert werden. Wenn Emotionen im Spiel sind, sowieso. Und das sind sie häufig, denn Menschen sind nun einmal keine rationalen Wesen, sondern allenfalls rationalisierende Wesen.

Unser Verstand findet schöne Erklärungen im Nachgang oder Schutzgeschichten für Verhalten in Situationen, in denen wir uns gerade nicht mit Ruhm bekleckert haben. Unser Körper, genauer gesagt unser Nervensystem, hat dagegen schon weitaus früher Signale gesendet. Und die sind auch mal gleichzeitig gegensätzlich – etwa nah und unsicher – und damit mitunter ganz schön verwirrend. Irritieren diese Signale die eigenen, oft aus Erfahrungswissen abgeleiteten Erwartungshaltungen, wird es erstmal neblig, unbequem oder unangenehm – je nachdem, wie gut wir selbst darin sind, mit dem diffusen Gemusel in uns umzugehen und es situativ auszuhalten. Können wir das nämlich, haben wir eine echte Chance darauf, unsere Muster zu verlassen, neue Erfahrungen zu machen und uns damit zu entwickeln und (manchmal auch über uns hinaus) zu wachsen.

„Wo Menschen miteinander zu schaffen haben, machen sie einander zu schaffen.“

Friedemann Schulz von Thun

Und dieses Einander-zu-schaffen-Machen passiert oft genau dann, wenn wir es eigentlich besser wüssten, uns aufgrund eigener Betroffenheit aber erstaunlich ungeschickt anstellen. Das ist gar nicht so ungewöhnlich: Sobald etwas oder jemand für uns Bedeutung gewinnt, haben wir auch etwas zu verlieren.

Ich mag die menschlichen Unzulänglichkeiten und Schwierigkeiten – weil sie einen Blick hinter die Performance und die sozialen Fassaden erlauben und so menschlich wie echt sind. Und weil ich Theater und Musik liebe und Schreiben seit meiner Jugend Ventil und Ausdrucksform zugleich ist, verbinde ich meinen wohlwollenden Blick auf kommunikatives Desaster und dysfunktionales Verhalten mit Humor und Klang.

„Wenn Emotionen zu stark für Worte werden, singen wir. Wenn sie zu stark für Gesang werden, tanzen wir.“

Musical-Weisheit

Das Leben schreibt jeden Tag neue Geschichten. Aus Beobachtungen, persönlichen Verstrickungen, bedeutungsvollen Begegnungen und Phasen der Veränderung entstehen Chansontexte, Popsongs und ein schnelles, freches, manchmal amüsantes, zugleich emotionales Musiktheaterstück. Als Musicalautorin verbinde ich Wort, moderne Musik und Theater zu einem sinnlichen Narrativ – hörbar, fühlbar und erlebbar, ohne viel Kitsch. Denn Musik vermag, was Worte allein oft nur schwer erreichen: Sie berührt uns unmittelbar.

Meine Passion für Chanson, Theatertexte und Gefühlswelten hat auf Leise Wucht ihre künstlerische Heimat.

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